Fehlbildungen des Hymens (Jungfernhäutchen)
Asymmetrie / Hypertrophie der Labien (Vergrößerung der Schamlippen)
Doppelbildungen des Uterus / der Vagina (Doppelanlage von Gebärmutter oder Scheide)
Septenbildung des Uterus / der Vagina (Trennwände in der Gebärmutter oder Scheide)
Atresie / Aplasie der Vagina oder Zervix (Fehlen der Scheide oder des Gebärmutterhalses)
Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom (MRKH-Syndrom – Fehlen von Gebärmutter und Scheide)
Diagnostik
Der Ausschluss einiger Fehlbildungen sollte bereits im Rahmen der Erstuntersuchung nach der Geburt (U1) durch Inspektion der Genitalregion erfolgen.
Nach Beginn der Pubertät sollte beim Verdacht auf Vorliegen einer Fehlbildung neben einer sorgfältigen Erfragung der Vorgeschichte eine an das Alter des Mädchens / der Frau angepasste gynäkologische Untersuchung mit einer Ultraschalluntersuchung erfolgen. Hier erfolgt bei uns neben einer 2-D-Sonographie auch eine 3-D-Sonographie des Beckens zur detaillierteren Diagnostik. Zur Ergänzung kann auch eine weiterführende Bildgebung mittels MRT (sog. Kernspintomographie) oder eine Hormonanalyse erforderlich sein.
Ggf. ist in manchen Fällen auch eine Spiegelung der Gebärmutter (Hysteroskopie) oder eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) in Narkose erforderlich, in deren Rahmen auch eine gleichzeitige Behandlung erfolgen kann. Die Planung und Durchführung der Therapie erfolgt dabei in enger Absprache mit den Kollegen der Pädiatrie, Urologie und Chirurgie.
Aufgrund der Seltenheit, Komplexität und Vielfältigkeit ist eine korrekte Diagnostik wesentlich, um falsche Diagnosen und daraus resultierende fehlerhafte oder verzögerte Therapien zu vermeiden.
