Die Grunderkrankung in Kürze
Periphere arteriovenöse vaskuläre Malformationen (AVM) umfassen ein breites Spektrum von Gefäßmissbildungen die sowohl als Zufallsbefund auftreten, als auch schwere Beschwerden hervorrufen können. AVMs kommen nahezu überall im Körper vor. An den Extremitäten betreffen sie vor allem das Unterhautfettgewebe und die Muskeln, können jedoch auch in Knochen und Gelenke auftreten. Von dem betroffenen Gewebe und der Ausdehnung hängen sowohl die möglichen Beschwerden, als auch die Therapieoptionen ab. Generell ist die Behandlung von AVMs sehr komplex, so dass es auch nach anfänglicher Besserung häufig zu einem Wiederauftreten der Symptome und weiteren Eingriffen kommen kann.
Vor dem Eingriff
Die Anamnese und die körperliche Untersuchung bleiben ein wesentlicher Baustein bei der Diagnose dieser Läsionen. Für die Feindiagnostik und die Klassifizierung ist aber der Ultraschall und eine radiologische Schnittbildgebung notwendig. In der Regel kommt hier die MRT zum Einsatz. Die Behandlungsindikation wird dann in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit von diagnostischen und interventionellen Radiologen sowie Gefäßchirurgen gestellt. Soll eine radiologisch-interventionelle Behandlung durchgeführt werden, erfolgt die Aufklärung (Link zur Aufklärung in der IR) durch einen Arzt der interventionellen Radiologie. Vor dem Eingriff müssen die Blutgerinnungsparameter (Link zur generellen Vorbereitung) überprüft werden, die maximal 14 Tage alt sein sollten.
Der Eingriff
Auf einer Angiographieanlage wird in lokaler Betäubung eine Arterie in der Leiste punktiert. Alternativ kann die AVM auch direkt durch die Haut punktiert werden. Anschließend manövriert sich der Arzt unter Zuhilfenahme von weichen Navigationsdrähten sowie kleinen Kathetern (vorgebogenen Kunststoff-Röhrchen) unter Röntgenkontrolle durch die Gefäße bis kurz vor die AVM. Hier wird mittels gezielter Kontrastmittelgabe die Gefäßversorgung der AVM exakt dargestellt. Es gibt dann verschiedene Möglichkeiten die krankhaft veränderten Gefäße zu verschließen. In der Regel wird über einen der einliegenden Katheter ein flüssiges Embolisat (Gewebekleber) oder feine Spiralen eingebracht, die zu einer lokalen Gerinnung führen. Der Verschluss der AVM wird zwischendurch stets mittels Kontrastmittel kontrolliert. Das Embolisat verbleibt im Körper, das übrige Fremdmaterial wird entfernt. Die Einstichstelle in der Leiste wird verschlossen oder komprimiert. Ein Druckverband wird angelegt. Nach Transfer in das Patientenbett folgt die Überwachung auf einer unserer chirurgisch geführten Stationen.
Nach dem Eingriff
Zurück auf Station darf im Bett gegessen und getrunken werden. Aufstehen -auch zur Toilette- ist aufgrund des Risikos einer Nachblutung erst nach Abnahme des Druckverbandes möglich. Die Entlassung nach Hause erfolgt bei komplikationsfreiem Verlauf nach 1-2 Tagen.
Zur Erfolgskontrolle wird in regelmäßigen Intervallen mindestens eine Ultraschall-, häufig auch eine MRT Untersuchung durchgeführt. Die Häufigkeit hängt von der Ausdehnung des Befundes und dem Wiederauftreten von Beschwerden ab.