Diagnostik Nuklearmedizin

In der nuklearmedizinischen Diagnostik werden offene radioaktive Substanzen in sehr geringen Aktivitätsmengen im Patienten / in der Patientin eingesetzt. Die Anreicherung im Zielgewebe wird mithilfe von Gammakameras oder eines Positronen-Emissions-Tomographen (PET/CT) dargestellt.

Die Strahlenbelastung ist für Sie bei bildgebenden nuklearmedizinischen Verfahren gering.

Szintigraphien

Szintigraphien werden als planare Aufnahmen und/oder in Kombination mit einer CT in Schnittbildtechnik als sogenannte „SPECT/CT“ durchgeführt.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Untersuchungen der einzelnen Organsysteme vor:

Entzündungsdiagnostik

Entzündliche Prozesse werden durch die Granulozytenszintigraphie oder FDG-PET/CT dargestellt.

Hämatologie, Milz

Verfahren: Erythrozytenabbauort, Milzszintigraphie.

Herz

Die koronare Herzkrankheit stellt eine der häufigsten Todesursachen dar. Soll die Minderdurchblutung des Herzmuskels oder ein Infarkt dargestellt werden, so ist eine Herzszintigraphie richtungsweisend. Die Bestimmung der Auswurffraktion erlaubt Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels.

Lunge

Die Lungenarterienembolie, CTEPH und obstruktive Atemwegserkrankungen kommen häufig vor und werden durch die Lungenperfusions- und -ventilationsszintigraphie abgebildet. Bei präoperativen Fragestellungen wie Tumorresektion können die regionalen Perfusionsanteile der Lunge berechnet werden.

Magen-Darm-Trakt, Leber

Zahlreiche Funktionsbeinträchtigungen des Magen-Darm-Trakts und der Leber werden szintigraphisch diagnostiziert. Hierzu zählen unter anderem die Motilitätsstörung der Speiseröhre, gastro-ösophagealer Reflux, verzögerte Magenentleerungszeit, Blutungsquellensuche, Leberfunktionseinschränkung und der Nachweis eines Meckel-Divertikels.

Nebenschilddrüse

Zur weiteren Abklärung einer Nebenschilddrüsenüberfunktion leistet die Nebenschilddrüsenszintigraphie einen wesentlichen Beitrag - insbesondere, um die anatomische Lage hyperfunktionellen Gewebes abzubilden.

Niere

Die Nieren können z. B. in Bezug auf ihre Funktion und die freie Ausscheidung des Urins verändert sein. Die Nierenfunktionsszintigraphie erlaubt Aussagen über die seitengetrennten Funktionsanteile und Abflussverhältnisse, Transplantatnierenfunktionen, Relevanz von Nierenarterienstenosen, Nierenperfusion, die tubulosekretorische Funktion und den indirekten und direkten Reflux.

Schilddrüse

Erkrankungen der Schilddrüse können gutartig oder auch bösartig sein. Mit der Schilddrüsenszintigraphie, Sonographie, Feinnadelpunktion, Uptake-Messung und Ganzkörperszintigraphie (stationär) werden nicht nur strukturelle ("morphologische"), sondern auch funktionelle Veränderungen dargestellt.

Skelett und Knochenmark

Bei zahlreichen Erkrankungen ist das Skelettsystem oder das Knochenmark beteiligt. Mittels Skelettszintigraphie werden Knochenmetastasen, primäre Knochentumore, Entzündungen, degenerative Veränderungen und Frakturen dargestellt.
Die Knochenmarkszintigraphie weist pathologische Veränderungen im blutbildenden Knochenmark nach.

Speicheldrüsen

Funktionelle Veränderungen der Speicheldrüsen, bedingt z.B. durch Verlegungen ihrer Ausführungsgänge oder durch Entzündungen, zeigen sich deutlich in der Speicheldrüsenszintigraphie.

Tumorlokalisation, Metastasennachweis

Die Suche nach bösartigen Tumoren und ihren Metastasen ist einer der Schwerpunkte nuklearmedizinischer Diagnostik. Es gibt zahlreiche szintigraphische Verfahren hierzu; eine wesentliche Methode hierbei ist die Tektrotyd- und die MIBG-Szintigraphie.

Wächterlymphknoten- (SLN-) Szintigraphie

Vor Operationen an verschiedenen malignen Tumoren wie Haut-, Brust-, Penis- oder Vulvakrebs wird der erste Lymphknoten hinter dem Tumor, der sogenannte Wächterlymphknoten, bildlich dargestellt und kann dadurch operativ entfernt werden.

Zentrales Nervensystem (ZNS)

Der M. Parkinson ist eine sehr häufige Erkrankung des ZNS. Die differentialdiagnostische Abklärung erfolgt mittels Hirnszintigraphie; ebenso der Nachweis einer Durchblutungsstörung (z. B. nach Schlaganfall).

Sonstige Organsysteme

Erkrankungen zahlreicher weiterer Systeme und Organe wie dem lymphatischen System werden mittels Szintigraphie diagnostiziert.

PET/CT mit 18FDG, 18F-PSMA und 18Fluorethylcholin

Die PET/CT vereint zwei bildgebende Verfahren: Das PET zeigt funktionelle Prozesse, z. B. Stoffwechselprozesse von Körperzellen, während die CT die Gewebestrukturen der Organe sichtbar macht. Übereinander gelegt, ergeben die Aufnahmen ein präzises, dreidimensionales Bild des Körpers, das die Kombination funktioneller und morphologischer Veränderungen widerspiegelt.

Die PET ist hierbei ein nuklearmedizinisches Verfahren, bei dem verschiedene Trägersubstanzen, die sogenannten „Tracer“, verwendet werden. Am häufigsten wird ein schwach radioaktiv markierter Traubenzucker eingesetzt (18Fluordesoxyglukose, kurz „FDG“). Weitere bei uns angewandte Tracer sind 18F-PSMA für die Diagnostik des Prostatakarzinoms und 18Fluorethylcholin („FECH“) zum Nachweis von Nebenschilddrüsenadenomen.

Wenn in der Krebsdiagnostik ein bösartiger Tumor vermutet oder festgestellt wird, hängt viel von einer exakten Diagnostik ab. Je genauer festgestellt werden kann, wo und wie viele Krankheitsherde vorliegen, desto zielgerichteter und effizienter lässt sich die Therapie einleiten.

Das Anwendungsspektrum der PET/CT ist groß, und wir freuen uns, dieses Verfahren unseren PatientInnen aus der gesamten Region anbieten zu können: Als einziger Anbieter und mit modernster Gerätetechnik!

Anwendungsspektrum der FDG-PET/CT

Bösartige Tumore haben eine höhere Stoffwechselaktivität als gesundes Gewebe und erscheinen in der FDG-PET als Mehranreicherungen. So können selbst z. B. Tumore, die nur wenige Millimeter groß sind, erkannt werden. In Kombination mit der detailreichen, anatomischen Darstellung einer CT lassen sich die Stoffwechselinformationen anatomisch sehr exakt bestimmen und zielgenau lokalisieren. Damit ermöglicht die PET/CT genaue Aussagen über ihre Position und Stoffwechselaktivität.

Auch bei neurologischen Fragestellungen wie Epilepsie- und Alzheimerdiagnostik und kardiologisch zur Beurteilung der Vitalität des Herzmuskels, z. B. nach Herzinfarkt, wird die FDG-PET erfolgreich eingesetzt. Darüber hinaus kommt die PET häufig in der Entzündungsdiagnostik zum Einsatz.

Krebsdiagnostik

  • Lungenkrebs

  • Brustkrebs

  • Lymphknotenkrebs (maligne Lymphome)

  • Hautkrebs

  • Darmkrebs

  • Knochen- und Weichteilkrebs

  • Kopf-Hals-Tumore

  • Hodenkrebs

  • Gynäkologische Tumore

  • Endokrine Tumore wie entdifferenzierte neuroendokrine Tumore oder Schilddrüsenkrebs

  • u.a.

Entzündungsdiagnostik

  • Abklärung von Fieber unklarer Ursache

  • Entzündungsdiagnostik bei Gelenkprothesen

  • Suche nach Entzündungsfoci, auch septischen Herden

  • Entzündungen im Skelettsystem, z. B. Osteomyelitis

  • Entzündungen von Herzklappenprothesen, LVAD u.a.

  • u.a.

Kardiologie

  • Vitalitätsbestimmung des Herzmuskels nach schweren Durchblutungsstörungen

Neurologie

  • Epilepsie

  • Morbus Alzheimer und andere neurodegenerativen Erkrankungen

Anwendungsspektrum der PSMA-PET/CT

Krebsdiagnostik

Prostatakrebs

  • mit fehlendem Abfall des PSA-Wertes unter 0,2 ng/ml innerhalb von 3 Monaten nach radikaler Prostatektomie eines lokalisierten Prostatakarzinoms (durch 2 Messungen bestätigt)

  • mit PSA-Rezidiv nach radikaler Prostatektomie (durch zwei Messungen bestätigter PSA-Wert >0,2 ng/ml) oder nach alleiniger Bestrahlung (durch zwei Messungen bestätigter PSA-Anstieg von >2 ng/ml über den postinterventionellen Nadir) eines lokalisierten Prostatakarzinoms. Liegt der PSA-Wert > 10 ng/ml sind zuvor zur Tumorlokalisation die konventionellen Untersuchungsverfahren einschließlich Becken-MRT und Skelettszintigraphie auszuschöpfen.

  • mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom mit progredienter Erkrankung zur Indikationsstellung einer Therapie mit Lutetium-177-PSMA

  • mit High-Risk Prostatakarzinom (Gleason-Score 8-10 oder T-Kategorie cT3/cT4 oder PSA≥20ng/ml) zur Ausbreitungsdiagnostik vor kurativ intendierter Therapie durchgeführt werden.

Anwendungsspektrum der Fluorethylcholin (FECH)-PET/CT

Endokrinologische Diagnostik

Nebenschilddrüsenadenome

Anwendungsspektrum Amyloid-PET

  • zur Abklärung dementieller Erkrankungen (Alzheimer, Demenz)

Kostenerstattung

Bei zahlreichen Indikationen werden die Kosten generell von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.
Als Service beantragen wir für Sie bei allen anderen Indikationen die Kostenübernahme bei den gesetzlichen Krankenkasse.
Bei Privatpatienten werden die Untersuchungskosten routinemäßig von den Krankenkassen erstattet.