Knicksenkfuß

Krankheitsbild

Der Knicksenkfuß (Pes planovalgus) entsteht in der Regel anlagebedingt oder durch ein Muskelungleichgewicht bei neurologischen Grunderkrankungen (z.B. infantile Cerebralparese). Begünstigend kann begleitend eine Achillessehneverkürzung bestehen. Er ist gekennzeichnet durch eine vollständige Abflachung des Längsgewölbes des Fußes und Abkippen des Rückfußes nach innen. Die Belastung verläuft dann über den inneren Fußrand, der sich nicht mehr konkav sondern konvex abzeichnet. Bis zu einem Alter von drei Jahren ist eine Abflachung des Längsgewölbes in einem gewissen Rahmen normal. Danach sollte bei ausgeprägten Formen eine Einlagenversorgung mit Fersenfassung („Schaleneinlagen“) zur Stützung des Längsgewölbes und Aufrichtung des Rückfußes erfolgen. Zusätzlich kann eine regelmäßige Fußgymnastik z.B. mit Zehenspitzengangübungen erfolgen. Wenn diese konservative Behandlung nicht mehr ausreicht, können sich Schmerzen am inneren Fußrand, eine Zunahme der Fehlstellung und die Entwicklung eines Hallux valgus, d.h. ein Abweichen der Großzehe zu den übrigen Zehen hin, entwickeln. Damit besteht auch das Risiko von anhaltenden Schmerzen im Erwachsenenalter mit Entwicklung einer Arthrose im Bereich des Fußes, so dass nach dem 8. Lebensjahr zur operativen Korrektur geraten wird.

Operative Behandlung

Bei der Calcaneusverlängerungsosteotomie nach Evans wird über einen Schnitt am Außenrand der Ferse ein Knochenkeil, der zuvor vom Beckenkamm des Patienten entnommen wird, in das Fersenbein (Calcaneus) eingesetzt. Da dieser Knochenkeil auf der Außenseite etwas breiter als auf der Innenseite gewählt wird, erreicht man darüber nicht nur eine Verlängerung des Fersenbeins, sondern auch eine leichte Wölbung nach innen. Hierdurch gerät die Bindegewebsplatte unter der Fußsohle (Plantaraponeurose) wieder unter Spannung und das Längsgewölbe des Fußes richtet sich auf. Bei weiter bestehender Knickfußkomponente kann zusätzlich eine Medialisierung (Verschiebung nach innen) des hinteren Fersenbeinanteils durchgeführt werden. Parallel muss eventuell die Achillessehne verlängert werden. Wenn begleitend ein Hallux valgus besteht, wird dieser in der gleichen Sitzung mitkorrigiert (Chevron-Osteotomie).

Nachbehandlung

Der in das Fersenbein eingesetzte Knochenkeil wird mit Drähten fixiert, die sechs Wochen belassen werden, damit er nicht verrutscht. In dieser Zeit ist eine Gipsruhigstellung und komplette Entlastung des operierten Beines erforderlich. Danach wird ein Gehgips angelegt und eine Teilbelastung an Unterarmgehstützen durchgeführt. Nach zwölf Wochen ist die Knochenheilung in der Regel abgeschlossen, so dass dann die Vollbelastung des Fußes wieder möglich ist.