Kongenitaler Klumpfuß

Krankheitsbild

Der angeborene Klumpfuß tritt mit einer Häufigkeit von 0,1-0,2% auf. Wenn ein Elternteil betroffen ist, steigt die Wahrscheinlichkeit für das Kind auf 8-11%. Häufig wird die Fehlbildung bereits bei den Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft festgestellt. In der Hälfte der Fälle sind beide Füße betroffen.

Der Klumpfuß ist eine komplexe Fehlbildung mit einwärts gekipptem Rückfuß, einwärts gehaltenem Vorfuß und Spitzfußstellung bei verkürzter Achillessehne.

Behandlung

Während bis vor einiger Zeit je nach Ausprägung der Fehlstellung häufig langwierige Gipsbehandlungen und ausgedehnte Korrekturoperationen notwendig waren, hat sich durch die Behandlungsmethode nach PONSETI eine wesentliche Verbesserung ergeben. Wir führen diese Methode ambulant in unserer Poliklinik durch. Hierbei erfolgt in den ersten Lebenswochen einmal pro Woche eine schrittweise schmerzlose Redression des Fußes mit Dehnung der Weichteile und allmählicher Korrektur der Fehlstellung. Nachfolgend wird jeweils ein kleiner Oberschenkelgips angelegt, der in der nächsten Woche wieder gewechselt wird.

Je nach Ausmaß ist die Fehlstellung bereits nach 2-3 Monaten soweit korrigiert, dass eine in der Regel verbleibende Achillessehnenverkürzung durch eine operative Sehnendurchtrennung, die wir ambulant vornehmen, korrigiert wird. Nach einer nochmaligen 3-wöchigen Gipsbehandlung, während der die Sehne unter Verlängerung wieder zusammenheilt, erfolgt die Weiterbehandlung in den ersten 5 Lebensjahren dann mit einer speziellen orthopädischen Schiene (Abduktionsschiene), die nachts und zum Mittagsschlaf getragen wird. Mit dieser Methode lässt sich bei konsequenter Durchführung und Nachbehandlung in den meisten Fällen ein gutes funktionelles Ergebnis erreichen.