Brustchirurgie

In unserer Brustsprechstunde bieten wir Ihnen ein persönliches Beratungsgespräch an. Dabei lernen Sie Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt bereits im Vorfeld kennen. Gemeinsam finden wir das für Sie passende Behandlungsverfahren, individuell abgestimmt auf Ihre Situation.

Wir informieren Sie ausführlich über die verschiedenen etablierten Methoden und stehen Ihnen bei allen Fragen rund um die Behandlung gerne zur Seite.

Indikation zur Brustrekonstrukion

  • Nach therapeutischer einseitiger/beidseitiger Mastektomie bei Mammakarzinom insbesondere nach modifiziert radikaler Mastektomie und Wunsch nach Wiederaufbau

  • Nach prophylaktischer Mastektomie („Brustkrebsgen“= BRCA 1/2 - Mutation, häufig junge Frauen) und Wunsch nach Wiederaufbau

  • Nach Bestrahlung

Brust-Rekonstruktion

Es werden verschiedene Rekonstruktionsverfahren unterschieden:

Rekonstruktion durch Implantate

Das Einsetzen eines Brust-Implantates ist das Verfahren mit dem geringsten operativen Aufwand und technisch sicher. Ein Vorteil dieser Methode ist das geringe operative Risiko und ein schnelles und kosmetisch gutes Ergebnis. Dieses kann in einer Operation als sogenannte Sofortrekonstruktion erfolgen oder aber auch zweizeitig im späteren Verlauf. Eine Sonderform der Implantate sind sogenannte „Expander“, die temporär als Gewebedehner bei geringem Hautmantel eingesetzt werden können. Dies dient entweder als Vorbereitung für eine Rekonstruktion mit Eigengewebe oder aber die Expander werden nach Befüllung über ein Ventil belassen oder nach der Vordehnung gegen ein Implantat ausgetauscht.

Vorteile der Implantat-Rekonstruktion

  • Geringer operativer Aufwand

  • Geringes Risiko

  • Schnelles, kosmetisch gutes Ergebnis

  • Kann als Sofortkorrektur erfolgen oder im späteren Verlauf

Nachteile der Implantat-Rekonstruktion

  • Kapselfibrose, dies ist eine bindegewebige Kapsel, die der Körper um das Implantat aufbaut. Dies kann im Laufe der Zeit das kosmetische Ergebnis negativ beeinflussen und Schmerzen verursachen.

  • Ein Austausch des Implantates kann notwendig werden.

  • Wie lange ein Implantat im Körper belassen werden kann, ist individuell unterschiedlich und nicht vorhersagbar.

Rekonstruktion mit Eigengewebe

Hierbei wird eigenes Gewebe von einer Körperstelle (z.B. Bauch oder Oberschenkel) entnommen und als Brustersatz verwendet. Bei der Operation werden aus diesen Regionen Haut und Fettgewebe mit oder ohne Muskel entnommen und als komplette Gewebestücke entweder frei oder gestielt transferiert und schließlich zu einer neuen Brust geformt. In der ersten Woche nach der Operation kann es zu Durchblutungsstörungen im Transplantationsbereich kommen, etwa durch kleinste Gerinnsel im Bereich der genähten Blutgefäße. Diese können zum Verlust der rekonstruierten Brust führen. Funktionelle Einschränkungen, wie eine Schwächung der Bauchmuskulatur im Bereich der Entnahmestellen sind durch die schonenden Operationstechniken unwahrscheinlich.

Vorteile des Eigengewebeaufbaus

  • Kein Fremdkörpergefühl

  • Keine Fremdkörperreaktion / Kapselbildung

  • Keine Abstoßung (>98% Erfolgsrate)

  • Lebenslanges, stabiles Ergebnis

  • Natürliche Brustform, die „mit-altert“

  • Auch bei bestrahlten Patientinnen geeignet

  • Kann bei Tumorvorstufen und prophylaktischer Brustentfernung im selben Eingriff mit der Brustentfernung durchgeführt werden u.U. Bauchdeckenstraffung als positiver Nebeneffekt an der Entnahmestelle

  • Kann auch nach Jahren / Jahrzehnten noch durchgeführt werden

Nachteile des Eigengewebeaufbaus

  • Kann bei Tumorvorstufen und prophylaktischer Brustentfernung im selben Eingriff mit der Brustentfernung durchgeführt werden u.U. Bauchdeckenstraffung als positiver Nebeneffekt an der Entnahmestelle

  • Kann auch nach Jahren / Jahrzehnten noch durchgeführt werden

Nachträgliche Eingriffe

  • Lipofilling

  • Operative Formkorrektur

Rekonstruktion durch Fettgewebeeinspritzung

Die Eigenfetttransplantation (synonym: Lipotransfer, autologe Fettgewebstransplantation) ist eine neuere Form der Brustrekonstruktion. Hierbei wird Fettgewebe vom Bauch oder den Oberschenkeln abgesaugt (Liposuktion), speziell aufbereitet und als reines Fettgewebe in die Brust eingespritzt. Abhängig vom gewünschten Brustvolumen sind in der Regel mehrere Eingriffe notwendig, da ein Teil des transplantierten Fettgewebes vom Körper wieder abgebaut wird – für die Rekonstruktion größerer Brüste ist dieses Verfahren daher nicht gut geeignet.

Diese Technik kann auch zum Einsatz kommen, um Konturdefizite der Brust nach brusterhaltender Tumorentfernung zu behandeln.

Rekonstruktion der Brustwarze / Medizinische Pigmentierung

Sollte es aus medizinischen Gründen notwendig gewesen sein, die Brustwarze zu entfernen, kann diese ebenfalls auf verschiedenen Wegen rekonstruiert werden.

Zur Rekonstruktion der Brustwarze kann körpereigenes Gewebe verwendet werden und/oder die medizinische Pigmentierung. Bei diesem Verfahren können wir ambulant im Brustzentrum das Bild einer Brustwarze durch 3D Technik pigmentieren. Bei den Farben handelt es sich um sterile nicht krebserzeugende Farben, die (anders als bei der Tätowierung) keine Schwermetalle enthalten und damit unbedenklich sind.

Ästhetik

Viele Frauen leiden unter der Veränderung des gewohnten Aussehens der Brüste im zunehmenden Alter oder nach dem Stillen. Die ästhetische Chirurgie kann helfen, die Brüste neu zu formen und das gewohnte Körperbild wiederherzustellen. Gerne beraten wir Sie in unserer Sprechstunde persönlich und besprechen die verschiedenen operativen Möglichkeiten.

Weitere Informationen hierzu finden sie im Bereich Ästhetische Chirurgie

Brustverkleinerung

Zu große Brüste (Makromastie) können viele Probleme wie Haltungsschäden, Hautentzündungen sowie Nacken- und Rückenschmerzen verursachen, die einen Krankheitswert darstellen. Um diese Probleme zu lindern, kann eine chirurgische Verkleinerung der Brüste sinnvoll sein. Die Behandlungskosten werden dabei oftmals von der Krankenkasse übernommen. Wir beraten Sie diesbezüglich gerne in unserer Sprechstunde.

Die vergrößerte Brust beim Mann (Gynäkomastie)

Eine Vergrößerung der männlichen Brust wird als Gynäkomastie bezeichnet. Sie kann ein- oder beidseitig auftreten. Es wird hierbei zwischen der "echten" Gynäkomastie, bei der es zu einer Zunahme des Brustdrüsengewebes kommt, und der reinen Vermehrung des Brust-Fettgewebes, wie es bei starkem Übergewicht auftritt, unterschieden. Die Ursachen für eine Gynäkomastie können sehr vielfältig sein. Gemeinsam ist ihnen, dass der Leidensdruck und die psychische Belastung der Betroffenen oft sehr hoch ist. Außerdem können Druckgefühl und Schmerzen beim Sport auftreten.

Bei der Operation wird das überschüssige Drüsengewebe durch einen Schnitt entlang der Brustwarze entfernt. Bei großem Hautüberschuss erfolgt gleichzeitig eine "Straffung" der Brust.

Wir beraten Sie gerne persönlich in unserer Sprechstunde zu diesem Thema.