Katheterangiographie der hirnversorgenden Arterien
Die digitale Subtraktionsangiographie (DSA) der hirnversorgenden Arterien ist ein essenzielles diagnostisches Instrument in der Interventionellen Neuroradiologie. Hierbei werden mittels eines dünnen Katheters, der in der Regel über die Leisten- oder die Unterarm-Arterie eingeführt wird, die Hirn- oder Rückenmarksgefäße selektiv sondiert. Die Injektion eines Kontrastmittels unter hochauflösender Röntgendurchleuchtung ermöglicht die detaillierte Darstellung der arteriellen und venösen Gefäße und die Identifizierung von pathologischen Veränderungen wie Aneurysmen, Stenosen, Fisteln oder Malformationen.

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Unsere Eingriffe im Detail
Was ist ein Hirngefäß-Aneurysma
Ein Hirnarterienaneurysma ist eine umschriebene, sackartige oder spindelförmige Ausbuchtung an einer Arterie im Gehirn. Diese entsteht, wenn die Gefäßwand an einer bestimmten Stelle geschwächt ist und dem Druck des Blutstroms nachgibt. Aneurysmen treten häufig an Gefäßverzweigungen auf, insbesondere an den Arterien des sogenannten Circulus arteriosus Willisii, einem Gefäßring an der Hirnbasis.
Wann tritt ein Aneurysma auf?
Ein Hirnaneurysma kann grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten, häufiger jedoch bei Erwachsenen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Viele Aneurysmen bestehen über Jahre hinweg unbemerkt. Risikofaktoren für die Entstehung sind unter anderem:
Bluthochdruck
Rauchen
Familiäre Vorbelastung
Gefäßwandveränderungen (z. B. Arteriosklerose)
Seltene angeborene Bindegewebserkrankungen
Was sind die Risiken?
Das Hauptrisiko eines Hirnaneurysmas ist das Platzen der Gefäßwand (Ruptur). Dabei kommt es zu einer Subarachnoidalblutung (SAB) – einer lebensbedrohlichen Blutung in den Raum zwischen Gehirn und Hirnhäuten. Eine solche Ruptur ist ein medizinischer Notfall und kann schwere neurologische Schäden oder den Tod zur Folge haben.
Wann verursacht ein Aneurysma Symptome?
Viele Hirnaneurysmen bleiben symptomlos und werden zufällig im Rahmen von bildgebenden Untersuchungen entdeckt. Symptome treten meist erst auf, wenn:
Das Aneurysma auf umliegende Strukturen drückt, z. B. auf einen Hirnnerv. Dies kann zu Sehstörungen, Kopfschmerzen oder neurologischen Ausfällen führen.
Eine Ruptur erfolgt. Typisch ist dann ein plötzlich einsetzender, sehr starker Kopfschmerz („Vernichtungskopfschmerz“), oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen oder Lähmungen.
Behandlungsmethoden
Als Klinik für Radiologie und Neuroradiologie haben wir uns als international anerkanntes Zentrum auf die Behandlung solcher Aneurysmen spezialisiert. Dabei können verschiedene Methoden zum Einsatz kommen.
Coiling
Beim Coiling wird ein dünner Katheter bis zum Aneurysma vorgeschoben. Durch den Katheter werden feine Platinspiralen in das Aneurysma eingebracht, die eine Gerinnung auslösen und das Aneurysma verschließen.
Abb.: Ein mit Coils ausgefülltes Aneurysma. Darstellung einer Coilembolisation mit zusätzlichem Schutz durch einen Ballonkatheter.
Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung der Stryker GmbH
Stenting
In einigen Fällen wird zusätzlich zum Coiling ein Stent eingesetzt. Dies ist ein kleines, röhrenförmiges Drahtgeflecht, das in die Arterie eingebracht wird, um die Gefäßwand zu stärken und die Spiralen im Aneurysma zu halten.
Abb.: Coiling mit Stent-Unterstützung
Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung der Stryker GmbH
Flow-Diverter-Stents
Diese speziellen Stents leiten den Blutfluss von dem Aneurysma weg, wodurch die Blutzufuhr zum Aneurysma unterbrochen wird und es sich im Laufe der Zeit verschließt. Sie werden vor allem bei größeren, breitbasigen Aneurysmen eingesetzt.
Abb.: Ein Flowdiverter Stent überdeckt ein Aneurysma
Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung der Stryker GmbH
Intrasackuläre Devices
Neuere Implantate wie das WEB, das Artisse oder das Contour Device werden direkt in den Aneurysmasack eingesetzt. Sie bilden ein Gerüst innerhalb des Aneurysmas, das die Blutzirkulation darin verhindert und so zum Verschluss führt.

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