
SmILE steht für „Smart Implants for Life Enrichment“, was bedeutet: Intelligente Implantate, die das Leben verbessern. Dahinter verbirgt sich ein internationales Forschungsprojekt, welches die Entwicklung neuartiger, intelligenter Implantate zur Behandlung von muskuloskelettalen Erkrankungen wie beispielsweise Arthrose, Osteoporose oder Knochenbrüchen zum Ziel hat. Die Implantate sind mit Sensoren ausgestattet, die physiologische Daten – etwa Bewegung, Temperatur oder Belastung – direkt im Körper erfassen.
So kann der Heilungsprozess überwacht und Komplikationen frühzeitig erkannt werden. Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT werden dadurch seltener notwendig.
Eine KI-gestützte Gesundheitsplattform verarbeitet zusätzlich Daten aus den Implantaten, Wearables und Fragebögen und liefert personalisierte Empfehlungen zur Therapie und Bewegung direkt an Patient*innen und Behandelnde. Das Projekt SmILE soll über die gesamte Laufzeit von einem Patient*innenbeirat begleitet werden.
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Wer wir sind und was wir machen
Ein internationales Projekt mit großer Vision
Das Forschungsprojekt wird durch die europäische Forschungsinitiative Horizon Europe gefördert und von der Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierte und Zellbasierte Medizintechnik (IMTE) koordiniert. Das UKSH, Campus Lübeck arbeitet im Rahmen eines Konsortiums mit insgesamt 25 Partnern aus Wissenschaft und Industrie aus 11 europäischen Ländern in diesem Projekt zusammen. Ziel ist es, eine neue Generation smarter Implantate zu entwickeln, die die medizinische Versorgung effizienter, sicherer und patientennäher macht. Für weitere Informationen, besuchen Sie uns gerne auch auf unserer EU-übergreifenden Projektseite: https://horizon-smile.eu/
Das UKSH ist mit zwei Forschungsgruppen an dem Projekt beteiligt:
Das Forschungsteam des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie (ISE) ist unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Katalinic für ein zentrales Element des Projekts verantwortlich: Die Patient*innenpartizipation. Damit geht die Gründung eines Patient*innenbeirats einher, um innovative Technologien voranzubringen, die sich an den Bedürfnissen der Patient*innen orientieren.
Das Labor für Biomechanik der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie (KOU) unter der Leitung von Dr. Robert Wendlandt entwickelt im Projekt SmILE ein Sensorsystem, mit dem zukünftig der Heilungszustand nach Verletzungen des Schultergelenks erfasst werden kann.
Projektmitarbeitende ISE
Was ist ein Patient*innenbeirat?

Damit unsere Forschung wirklich den Menschen dient, die sie betrifft, bauen wir einen Patient*innenbeirat auf. Dieser Beirat bringt Erfahrungswissen und persönliche Perspektiven in die Entwicklung intelligenter Implantate ein – und sorgt so dafür, dass die Technik nicht nur innovativ, sondern auch alltagsnah und sinnvoll ist – und das von Anfang an. Der Patient*innenbeirat begleitet das Forschungsprojekt SmILE über die Laufzeit von Januar 2026 bis Dezember 2029.
Etwa viermal im Jahr finden regelmäßige Treffen statt – entweder online oder am ISE in Lübeck. In Workshops, Gesprächsrunden und im direkten Austausch mit den Forschenden wird dabei sichergestellt, dass die Sichtweise von Patient*innen in die gemeinsame Entwicklung von Ideen und Lösungen einfließt.
Die Mitwirkung im Beirat bietet nicht nur eine spannende Abwechslung zum Alltag, sondern auch eine sinnstiftende Aufgabe: Die Teilnehmenden können ihre persönlichen Erfahrungen und Perspektiven einbringen, mit Expert*innen auf Augenhöhe diskutieren und aktiv daran mitwirken, medizinische Entwicklungen für künftige Patient*innen mitzugestalten. Viele Menschen erleben es als sehr bereichernd, wenn ihre Stimme gehört wird und sie ihre Lebens- oder Berufserfahrung in einem gesellschaftlich relevanten Projekt einbringen können. Darüber hinaus fördert die Teilnahme soziale Teilhabe, Austausch und geistige Aktivität – ganz unabhängig davon, ob bereits Vorerfahrungen in der Forschung bestehen.
Aktuelles aus dem Beirat
Vielen Dank für das große Interesse an unserem Beirat!
Wir freuen uns sehr über das große Interesse und die vielen Rückmeldungen zu unserem Patient*innenbeirat!
Mittlerweile ist der Beirat vollständig besetzt und besteht aus 43 engagierten Personen im Alter von 31 bis 88 Jahren – mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen, Hintergründen und Erkrankungen.
Zurzeit können wir leider keine weiteren Mitglieder aufnehmen.
Wenn Sie jedoch Interesse haben, zu einem späteren Zeitpunkt mitzuwirken, über den Projektverlauf informiert zu bleiben oder bei zukünftigen Teilstudien dabei zu sein, melden Sie sich gerne über unser Kontaktformular.
Auftaktveranstaltung Januar 2026
Am 16. Januar diesen Jahres fand die Auftaktveranstaltung unseres Patient*innenbeirats am Fraunhofer IMTE Institut in Lübeck statt. Insgesamt nahmen 40 Beiratsmitglieder sowie 12 Forschende aus dem SmILE-Projekt teil. Neben der Vorstellung der einzelnen Workpackages des Projekts und einer Führung durch das Fraunhofer Institut wurde am Nachmittag intensiv über Möglichkeiten und Formen der Patient*innenbeteiligung diskutiert. Es war ein intensiver Tag, geprägt von regem Austausch, engagierten Beiträgen und fruchtbaren Diskussionen. Die Vielfalt der Perspektiven und Erfahrungen hat eindrucksvoll gezeigt, welchen großen Mehrwert der Patient*innenbeirat bereits jetzt für das Projekt SmILE bietet. Dies wurde uns auch von den Forschenden ausdrücklich zurückgespiegelt.
Copyright der Bilder: Sandy Bever-Schrot
Newsletter
Themenpakete der Beiratsarbeit
TP1: Interviewstudien
In diesem Themenpaket lernen die Teilnehmenden die Grundlagen von qualitativen Forschungsmethoden kennen. Gemeinsam werden Ergebnisse einer bereits durchgeführten Interviewstudie zu den Anforderungen an intelligente Implantate diskutiert. Im weiteren Projektverlauf können die Beiratsmitglieder weitere Interviewstudien mitgestalten. Sie können dabei helfen, Fragen für Interviews zu entwickeln, Interviews durchzuführen, die Antworten auszuwerten und die Ergebnisse zu veröffentlichen.
TP2: Wissenschaftliche Übersichtsarbeit
Bei einer wissenschaftlichen Übersichtsarbeit (Evidenzsynthese) werden viele Studien zu einer bestimmten Frage systematisch gesammelt, bewertet und zusammengeführt. Als Co-Forschende können sie den gesamten Prozess mitgestalten. Sie können helfen – die Forschungsfrage zu entwickeln, die Studien auszuwerten und die Ergebnisse zu interpretieren. So bringen Sie Ihre Erfahrungen und Sichtweisen ein. Dadurch kann die Forschung sich besser an den Bedürfnissen von Patient*innen orientieren.
TP3: Kosten-Nutzen-Analysen
In diesem Themenpaket geht es darum, die SmILE-Technologie genauer zu bewerten.
Dabei wird untersucht, ob die Technologie wirksam und sicher ist, welche Kosten entstehen und welchen Nutzen sie hat. Außerdem werden mögliche Auswirkungen auf den Alltag, das Gesundheitswesen und die Gesellschaft betrachtet.
Ein wichtiger Teil ist die Frage, ob der Nutzen die Kosten rechtfertigt. Sie erhalten Einblicke, wie Kosten und Nutzen berechnet werden.Gemeinsam wird diskutiert, welcher Nutzen aus Sicht von Patient*innen besonders wichtig sind.
TP4: Ethik
Dieses Themenpaket beschäftigt sich mit ethischen Fragestellungen rund um die SmILE-Technologie. Themen sind unter anderem der verantwortungsvolle Umgang mit Gesundheitsdaten, wie KI-Anwendungen funktionieren und warum es wichtig ist, dass KI-Entscheidungen nachvollziehbar und verständlich sind.
TP5: Studie zur Benutzerfreundlichkeit
Im vierten Projektjahr wird die SmILE-Technologie erstmals im Alltag getestet. Dabei wird die Sensorplattform an einer Orthese befestigt und von Testpersonen getragen. Die gesammelten Daten werden automatisch auf ein Smartphone/Smart-watch oder Tablet übertragen. Ziel ist es herauszufinden, ob die App leicht zu verstehen, einfach zu bedienen und für den Alltag geeignet ist. Die Studie zur Benutzerfreundlichkeit wird gemeinsam mit dem Beirat geplant.
TP6: Funktionsanforderungen und Sensorik
In diesem Themenpaket geht es darum, technische Grundlagen einfach und verständlich zu erklären. Gemeinsam schauen wir uns an, wie die verschiedenen Sensoren und Implantate eingesetzt werden können. Wir sprechen über Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der SmILE-Sensorik. Darauf aufbauend möchten wir gemeinsam erarbeiten, welche Funktionen der Technologie besonders wichtig sind.
TP7: Umgang mit Künstlicher Intelligenz
Im SmILE Projekt soll Künstliche Intelligenz (KI) bei der Auswertung von Daten eingesetzt werden.
In diesem Themenpaket geht es darum, KI im Projekt verständlich, transparent und verantwortungsvoll eingesetzt werden kann. Dabei wird besonders betrachtet, wie KI-Entscheidungen erklärt und für Patient*Innen nachvollziehbar gemacht werden können.
TP8: Öffentlichkeitsarbeit
Weitere Beteiligungsmöglichkeiten
Work Package 2: Online Befragung
Im Rahmen von WP 2 werden derzeit Menschen mit einer muskuloskelettalen Erkrankung und medizinisches Fachpersonal wie Ärzt*innen, Pflegekräfte und Physiotherapeut*innen zu smarten Implantaten befragt. Die Befragung läuft noch bis Juli 2026. Die endgültigen Ergebnisse werden Ende des Jahres veröffentlicht.
Bisher haben 98 Patient*innen und 87 medizinische Fachkräfte aus verschiedenen europäischen Ländern teilgenommen, darunter Deutschland, Österreich, Ungarn, Schweiz, Portugal und Luxemburg.
Falls Sie noch nicht an der Befragung teilgenommen haben, laden wir Sie herzlich dazu ein, diesem Link zu folgen:

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Teilnehmen können alle Interessierte, die
an einer muskuloskelettalen Erkrankungen (z. B. Arthrose, Osteoporose, Arthritis) leiden
ein orthopädisches Implantat (z. B. Hüft- oder Knieprothese) oder
einen operativ versorgten Knochenbruch haben oder
über 60 Jahre alt sind
Sie sind Physiotherapeut*in, Ärzt*in oder anderweitig an der Versorgung von Patient*innen mit muskuloskelettalen Erkrankungen beteiligt? Folgen Sie gerne diesem Link und tragen Sie mit Ihrer Expertise zu unserem Forschungsvorhaben bei:
Bitte verwenden Sie nach Möglichkeit Google Chrome, Mozilla Firefox oder Microsoft Edge zur Beantwortung der Umfrage. Safari wird von der Umfrageplattform EUSurvey leider nicht unterstützt.
Für Patient*innen und medizinisches Fachpersonal gibt es zudem die Möglichkeit an einem Interview teilzunehmen.
Das Interview kann – ganz nach Ihrem Wunsch – persönlich am Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin in Lübeck, telefonisch oder per Videokonferenz durchgeführt werden und dauert etwa 30–45 Minuten. Das Interviewformat bietet dabei die Möglichkeit, offene Fragen zu stellen und Ihre Perspektive tiefergehend zu teilen
Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Viktoria Pollok.
Kontakt
E-Mail: info.smile.luebeck@uksh.de
Gemeinsam können wir die Zukunft der Medizin gestalten!










