Onkologische Erkrankungen (Krebs)

Brustkrebs

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Prostatakrebs

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Oft macht die Krankheit erst im fortgeschrittenen Stadium Beschwerden. Daher sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig um einen Tumor in einem frühen Stadium zu entdecken. Dazu gehören der PSA-Test und eine rektale Tastuntersuchung. Sollte ein Karzinom festgestellt werden, orientiert sich die Therapie am Krankheitsstadium und den individuellen Wünschen, Bedürfnissen und Vorerkrankungen des Patienten. In unserem Prostatakrebszentrum profitieren die Patienten von der interdisziplinären Zusammenarbeit durch Bündelung der unterschiedlichen Expertisen und Behandlungsoptionen.

Allgemeine Therapieoptionen

Zusätzlich zur aktiven Überwachung (die Krankheit wird regelmäßig kontrolliert), zur radikalen Prostatektomie (die Prostata wird ganz entfernt) und zur medikamentösen Therapie gibt es auch die Möglichkeit der Behandlung mit Strahlentherapie. Wir bieten in unserer Klinik sowohl die externe/äußere Strahlentherapie (Teletherapie) als auch die interne/innere Strahlentherapie (Brachytherapie) an.

Welche Therapieoptionen grundsätzlich für Sie in Frage kommen wird in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt. Anschließend werden die verschiedenen Möglichkeiten mit Ihnen besprochen.

Teletherapie (äußere Bestrahlung)

Bei der externen Strahlentherapie nutzen wir modernste Geräte, um die Prostata, die Samenblasen und ggf. die Lymphabflusswege genau zu bestrahlen und dabei das gesunde Gewebe und umgebende Organe bestmöglich zu schonen. Gegebenenfalls platzieren wir während einer einmaligen Operation kleine Goldmarker in die Prostata und setzen ein spezielles Gelkissen (SpaceOAR) zwischen Prostata und Enddarm ein, um die Bestrahlung so präzise und schonend wie möglich zu gestalten. Die Bestrahlung selbst erfolgt anschließend ambulant, täglich von Montag bis Freitag über einen Zeitraum von etwa 7 Wochen. In einigen Fällen kann die Dauer der Therapie auch um einige Wochen verkürzt werden.

Brachytherapie (innere Bestrahlung)

Zusätzlich zur externen Strahlentherapie bieten wir auch die Brachytherapie an. Im Rahmen der HDR-(high dose rate)-Brachytherapie werden unter Vollnarkose spezielle Nadeln, die durch eine Lochmaske geführt werden, in die Prostata eingeführt. Über diese Nadeln wird der Tumor präzise bestrahlt. Die umliegenden Organe werden maximal geschont. Nach dem Eingriff werden die Nadeln entfernt. In der Regel reicht eine Übernachtung im Krankenhaus zur Überwachung. Die Therapie erfolgt zweimalig begleitend zur Bestrahlung von außen (Telebrachytherapie).

Zusätzlich werden wir demnächst die LDR-(low dose rate)-Brachytherapie mit Seeds anbieten. Bei dieser Methode werden kleine radioaktive Seeds direkt in die Prostata eingebracht. Diese Strahlenquellen bleiben vor Ort liegen und geben über einige Monate hinweg Strahlung ab.

Begleitende Hormontherapie

In einigen Fällen kann auch eine begleitende Hormontherapie sinnvoll sein. Diese wird als Androgendeprivationstherapie (ADT) bezeichnet und hilft, das Wachstum des Tumors zu verlangsamen, indem die Testosteronproduktion reduziert wird. Diese Therapie wird von Ihrem/r behandelnden Urologen/Urologin begleitet.

Methoden zur Reduzierung von Nebenwirkungen

Die Prostata liegt zwischen Blase und Enddarm. Unter der Bestrahlung kommt ein Teil der Dosis in diesen beiden Organen an. Daher können Nebenwirkungen auftreten, die durch eine Reizung dieser Organe entstehen: u.a. Darmreizung mit Diarrhoen, Blähungen, Brennen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Dosis an Blase und Enddarm gering zu halten und damit die Nebenwirkungen zu vermeiden.

Um die Dosis am Enddarm gering zu halten verwenden wir ein spezielles Gel namens SpaceOAR®-Hydrogel. Dieses Gelkissen wird vor Beginn der Strahlentherapie unter Vollnarkose zwischen der Prostata und dem Enddarm eingelegt, um einen sicheren Abstand zu schaffen. Dadurch verringern wir das Risiko von Nebenwirkungen wie Darmreizungen und Diarrhoen. Das SpaceOAR-Hydrogel baut sich normalerweise nach 3 bis 6 Monaten ab.

Zur Minimierung der Dosis an der Blase erhalten Sie von uns ein Trinkprotokoll, durch das Sie Ihre Blase jeden Tag vor der Bestrahlung möglichst gleich füllen. Wichtig ist dabei, dass die Blase gut gefüllt ist, Sie aber keinen zu starken Harndrang während der Therapie verspüren.

Zusätzlich setzen wir kleine Goldmarker in die Prostata ein. Diese Marker helfen uns, die Bestrahlung während der gesamten Therapie genau zu überwachen und anzupassen. Sie sorgen dafür, dass die Bestrahlung immer an der richtigen Stelle erfolgt, damit die Behandlung wirksam bleibt und das gesunde Gewebe geschont wird.

Individuelle Therapieplanung und Therapieablauf

Der Ablauf der Behandlung in unserer Klinik gestaltet sich je nach gewählter Therapieform wie folgt:

1. Aufklärungsgespräch

Zu Beginn führen wir ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit Ihnen und Ihren Angehörigen, um alle Fragen zur Behandlung zu klären und die beste Strategie für Sie zu entwickeln. Die Wahl der Behandlung hängt vom Tumorstadium und Ihren Bedürfnissen ab. Die möglichen Therapieoptionen wurden zuvor in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt.

2. Therapieplanung

Teletherapie:
  • Nach der Entscheidung für die alleinige Teletherapie erfolgt in einer einmaligen Operation die Einlage des SpaceOAR®-Gels sowie die Platzierung der Goldmarker. Nach dem Eingriff bleiben Sie eine Nacht stationär.

  • Anschließend wird ein Planungs-CT durchgeführt.

  • Der Bestrahlungsbeginn folgt nach der Planung.

  • Die Therapie findet in der Regel ambulant täglich von Montag bis Freitag über etwa 7 Wochen statt. Die genaue Dauer kann je nach individuellem Behandlungsplan unterschiedlich sein.

Telebrachytherapie:
  • Bei der Entscheidung für die Telebrachytherapie wird ebenfalls zunächst das SpaceOAR®-Gel eingesetzt. Nach dem Eingriff bleiben Sie eine Nacht stationär.

  • Anschließend wird ein Planungs-CT durchgeführt.

  • Der Bestrahlungsbeginn folgt nach der Planung.

  • Die Teletherapie erfolgt ambulant über ca. 5 Wochen täglich von Montag bis Freitag, während die Brachytherapie zweimal im Krankenhaus unter Vollnarkose stattfindet.

Alternative Optionen:
  • Weitere individuelle Therapieansätze können im Aufklärungsgespräch besprochen werden.

Nachsorge

Nach der Strahlentherapie folgen fünf Jahre Nachsorge bei uns, beginnend 6 bis 8 Wochen nach der Therapie, gefolgt von jährlichen Untersuchungen. Die tumorspezifische Nachsorge und PSA-Kontrollen werden von Ihrer/m Urologen/in durchgeführt.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema oder sind sich unsicher, welche Therapie für Sie in Frage kommt? Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren:

E-Mail: info.strahlentherapie.luebeck@uksh.de
Telefon: 0451 500-45420
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