
Im UKSH funkt seit Beginn des Jahres 2022 die modernste Mobilfunk-Technik. Auf dem Campus Kiel nahm Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender und CEO des UKSH, gemeinsam mit Vodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter die ersten 5G-Antennen in Betrieb. Die 5G-Antennen unterstützen die modernste in Europa verfügbare Technik „5G-Standalone“ und somit vollwertiges 5G.
Medizinische Daten können damit verzögerungsfrei übertragen werden – genauso schnell, wie das menschliche Nervensystem reagieren kann. Mit der zukunftsweisenden Technologie sollen konkrete Anwendungen für die Krankenversorgung ermittelt und erprobt werden. Ärztinnen, Ärzte und Forschende könnten so künftig nicht nur zwischen den beiden Standorten, sondern auch mit Patientinnen und Patienten zuhause, externen Praxen, Kliniken und Rettungsdiensten effektiver kommunizieren und zusammenarbeiten, weil riesige Datenströme mit dieser modernsten Form von 5G in Echtzeit transportiert werden. Ziel ist, die Krankenversorgung entscheidend zu verbessern, beispielsweise die Steuerung von Medizintechnik und Telemedizin, die komplexe Operationsverfahren besser und schneller beherrschbar macht, die präzisere Erkennung von Auffälligkeiten in Befunden oder die Erleichterung der Interaktion mit Patientinnen und Patienten.
Fernuntersuchungen, künstliche Intelligenz und Internet of Medical Things
Patientinnen und Patienten im UKSH sollen künftig beispielsweise von Fernuntersuchungen, digitalen Sprechstunden, medizintechnischer Sensorik im Internet der Dinge (Internet of Medical Things) oder von künstlicher Intelligenz in der Diagnostik profitieren. Im Operationssaal kann 5G genutzt werden, um die umfangreiche Medizintechnik, die bislang kabelverbunden war, kabellos zu vernetzen. So lassen sich Daten, die von medizinischen Geräten erfasst werden, in Echtzeit übermitteln. Parallel dazu werden die Voraussetzungen zur flächendeckenden Nutzung von 5G im Krankenhaus evaluiert.
Neue medizinische Geräte übertragen Daten ganz ohne Kabel
Die 5G-Aktivierung im UKSH ist somit auch der Startschuss für die Entwicklung einer neuen Generation medizinischer Geräte. Diese werden zukünftig weitestgehend vernetzt sein, um extrem große Datensätze verzögerungsfrei zu übertragen, damit diese in winzigen Rechenzentren direkt am Rande des Mobilfunknetzes verarbeitet werden können (sogenanntes Multi Access Edge Computing). Auf diese Weise kann datenintensive Technologie zum Einsatz kommen, für die bislang die Rechenpower in den medizinischen Endgeräten nicht ausreicht.
Klassische CT-Bilder werden zu hochauflösenden Hologrammen
Eine Technologie, die die Partner im Klinik-Alltag erproben wollen, ist die sogenannte Augmented Reality. Dabei wird die Realität um digitale Zusatzinformationen erweitert. So wird beispielsweise die Arbeit mit hochauflösenden Hologrammen möglich. CT-Bilder werden so zu 3D-Modellen mit mehreren Milliarden Gitterpunkten zusammengefügt. Mit speziellen Augmented Reality-Brillen können sich Medizinerinnen und Mediziner aus verschiedenen Standorten zusammenschalten, um gemeinsam an den hochauflösenden Hologrammen zu arbeiten und Organstrukturen bis ins kleinste Detail zu analysieren. Befunde können im virtuellen medizinischen Netzwerk gemeinsam noch detaillierter ausgewertet werden, um beispielsweise Tumoren und deren Strukturen noch besser erkennen und zielgerichteter operieren zu können. Mit derselben Technologie können Studierende noch besser auf ihre Arbeit im Krankenhaus vorbereitet werden – indem sie in der erweiterten Realität von den besten Ärztinnen und Ärzten beider Standorte lernen.
5G als Beschleuniger von Prozessen in der Krankenversorgung
„Tempo in der Medizin ist Sicherheit für Patientinnen und Patienten – und 5G ist der Beschleuniger von Prozessen für die Krankenversorgung“, sagte Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Scholz. „Das UKSH ist längst aus dem digitalen Dornröschenschlaf erwacht und baut jetzt die Zukunftsfähigkeit seiner Netzwerkarchitektur aus.“ Dass mit der Entwicklung neuer Mobilfunk-Technologien auch Sorgen einher gehen, ist verständlich und die Forschung zu möglichen Kontraindikationen ist notwendig. Allerdings gilt es, die Vorteile für Patientinnen und Patienten im Fokus zu halten, denn diese profitieren besonders von der Digitalisierung des Gesundheitssystems. „Digitalisierung kann Leben retten“, so Vodafone Deutschland CEO Hannes Ametsreiter. „Wir bringen unser Echtzeit-Netz direkt ins Krankenhaus, um Patienten und Ärzte mit neuen Technologien zu unterstützen. Augmented Reality und das Internet der Dinge können helfen, lebenswichtige Informationen zu erheben und in Echtzeit zu übermitteln, um sie gezielt auszuwerten und Maßnahmen zu ergreifen.“